Von Ernst A. Meyner
Musik ist Ausdruck des Herzens. Je nach Stimmung bevorzugen wir fröhliche Melodien oder eher besinnliche, tragende Klänge.
Therapeuten wissen, dass der Mensch verschieden auf Musik reagiert. Eine bestimmte Musik kann heilende Wirkung haben, kann beruhigen oder aufwühlen. So geht es auch den Komponisten, wenn sie neue Melodien schaffen. In Hochstimmung entstehen andere Klänge als in depressiven Lebensphasen. Der schwer kranke Frédéric Chopin erlebte eine musikalische Glanzzeit bei seiner Geliebten, der Schriftstellerin George Sand, die ihn fürsorglich betreute. Da entstanden die besten Kompositionen. Kurz vor seinem Tod wünschte er sich das Mozart-Requiem an seiner Bestattung.
Ich erinnere mich an eine Begegnung mit dem Volksmusikanten Franz Huser, wie er seine Musik am Akkordeon oder an der Klarinette schwungvoll intonierte und war überzeugt, dass er auf seine Art und Weise auch Stimmungsmusik mache. Wer mit Freude musiziere, erreiche auch fröhliche Herzen. An seiner Beerdigung verbreitete der Walzer «Mamma» von Franz Huser senior eine nachdenkliche Stimmung. Andere Musiker und Komponisten bestätigten mir, dass jede Melodie letztlich Stimmungsmusik sei – rassig, freudig und temperamentvoll oder besinnlich, gedämpft und schwermütig. Diesen Eindruck kann jede Musikrichtung auslösen, ob Klassik, U-, Dixieland-, Rock- oder Volksmusik.
Machten Sie persönlich auch Erfahrungen mit Musik und Stimmungen?